Der Feuerreiter

Der Feuerreiter – Gedicht von Eduard Mörike Sehet ihr am Fensterlein Dort die rote Mütze wieder? Nicht geheuer muß es sein, Denn er geht schon auf und nieder. Und auf einmal welch Gewühle Bei der Brücke, nach dem Feld! Horch! das Feuerglöcklein gellt: Hinterm Berg, Hinterm Berg, Brennt es in der Mühle! Schaut! da sprengt er wütend schier Durch das Tor, der Feuerreiter, Auf dem rippendürren Tier, Als auf einer Feuerleiter! Querfeldein! Durch Qualm und Schwüle Rennt er schon und ist am Ort! Drüben schallt es fort und fort: Hinterm…

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Wir fang´n noch mal von vorne an!

Wir fang´n noch mal von vorne an! – Vortrag von Otto Reutter. Wohin man horcht, hört man die Leute jammern, Sich an die alten, guten Zeiten klammern. Mensch, schaue vorwärts, weil du glücklich bist, Wenn du vergißt, was nicht zu ändern ist. Hast zwar verloren fast den letzten Groschen, Doch´s schlimmste wär´, wär´ auch dein Mut erloschen. Selbst “Zeppelin” zeigt überm großen See: Die Deutschen sind noch immer “auf der Höh´”! Drum jedermann Stimm´ mit mir an: “Wir fang´n noch mal von vorne an!” Ob jung, ob alt, ´s muß…

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Das ist leicht – das ist schwer

Vortrag von Otto Reutter. Treu zu sein mit sechzig, siebzig, Wo man schon ganz ausgeliebt sich, Sowieso nichts mehr erreicht. Das ist leicht. Doch treu sein mit zwanzig, dreißig, Wo das Herz noch jung und fleißig – Dann nicht schau´n nach andern mehr, Das ist schwer. Vater sagt zum Söhnchen: Eben Hat der Storch was abgegeben, Hat ´ne Schwester dir gereicht.” Das ist leicht. Doch das Söhnchen sagt: “Mein Bester! Warum zeigst du bloß die Schwester? Bring doch mal den Storch hierher. Das ist schwer. Vor den Wahl was versprechen…

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Ritt im Mondschein

Ritt im Mondschein – Gedicht von Achim von Arnim Herz zum Herzen ist nicht weit Unter lichten Sternen, Und das Aug´, von Tau geweiht, Blickt zu lieben Fernen; Unterm Hufschlag klingt die Welt, Und die Himmel schweigen, Zwischen beiden mir gesellt Will der Mond sich zeigen. Zeigt sich heut´ in roter Glut An dem Erdenrande, Gleich als ob mit heißem Blut Er auf Erden lande, Doch nun flieht er scheu empor, Glänzt in reinem Lichte, Und ich scheu mich auch vor Seinem Angesichte. – Das Werner Härter-Antiquariat bei booklooker:

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Lied Ulrichs von Hutten

Lied Ulrichs von Hutten (Autor: unbekannt) Ich habs gewagt mit Sinnen Und trag des noch kein Reu; Mag ich nit dran gewinnen, Noch muß man Spüren Treu, Darmit ich mein Nit ein´m allein. Wenn man es wollt erkennen: Dem Land zu gut, Wiewohl man tut Ein Pfaffenfeind mich nennen. Da lß ich jeden lügen Und reden, was er will; Hätt Wahrheit ich geschwiegen, Mir wären ulder viel: Nun hab ichs gsagt Bin drum verjagt; Das klag ich allen Frummen, Wiewohl noch ich Nit weiter fliech; Vielleicht werd ich wieder kummen.…

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Laß rauschen

Laß rauschen (Autor: unbekannt) Ich hör ein Sichelin rauschen, Wohl rauschen durch das Korn, Ich hört ein feine Magd klagen, Sie hätt ihr Lieb verlorn. “La rauschen, Lieb, la rauschen! ich acht nit, wie es geh: Ich hab mir ein Buhlen erworben In Veiel und grünem Klee.” “Hast du ein Buhlen erworben In Veiel und grünem Klee; So steh ich hie alleine, Tut meinem Herzen weh!” Quelle: Deutsche Dichtung der Neuzeit, Verlag G. Braun, Karlsruhe, ohne Jahr. Werbung:

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Schnauz und Miez

Schnauz und Miez – ein Gedicht von Christian Morgenstern. Ri ra rumpelstiez – wo ist der Schnauz? Wo ist die Miez? Der Schnauz – der liegt am Ofen und leckt sich seine Pfoten. Die Miez – die sitzt am Fenster und wäscht sich ihren Spenzer. Rumpeldiepumpel schnaufeschnauf – da kommt die Frau die Treppe rauf. Was bringt die Frau dem Kätzchen? Einen Knäul, einen Knäul, mein Schätzchen, einen Knäul aus grauem Wollenflaus, der aussieht wie eine kleine Maus. Was bringt die Frau dem Hündchen? Ein Halsband, mein Kindchen, ein Halsband…

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Die bösen Beinchen

Die bösen Beinchen – ein Gedicht von Paula Dehmel Guten Morgen, ihr Beinchen! Wei heißt ihr denn? – Ich heiße Hampel, ich heiße Strampel, und das ist das Füßchen Übermut, und das ist das Füßchen Tunichtgut. Übermut und Tunichtgut gehen auf die Reise, platsch durch alle Sümpfe – naß sind Schuh und Strümpfe. Guckt die Rute um die Eck, laufen sie alle beide weg! (Quelle: Gedichte für Kinder, Hirschgraben-Verlag, Frankfurt, 1965) Werbung:

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Frühstück

Frühstück – Gedicht von Gustav Falke Alle unsre Tauben sind schon lange wach sitzen auf den Lauben, sitzen auf dem Dach, sitzen auf dem Regenfaß; Wer gibt denn uns Tauben was? Alle unsre Hennen sind schon aus dem Stall, gackeln schon und rennen, scharren überall. Und der Hahn kräht: “Futter her! Immer mehr, nur immer mehr!” Alle unsre Kleinen machen ein Geschrei, strampeln mit den Beinen, wollen ihren Brei. Lirum, larum, Löffelstiel, wer krakeelt, der kriegt nicht viel. Tauben, Hühner, kleine Kind´ jeden Morgen hungrig sind. Werbung:

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Im Hühnerhof

Im Hühnerhof – ein Gedicht von Robert Reinick. Der Tag bricht an, es kräht der Hahn; es gackelt die Henne und fliegt zur Tenne und macht ein Geschrei, als ob ein Wunder geschehen sei. – Da kommen herbei die Magd und der Knecht, die laufen nicht schlecht und sehen nach und finden, ach! unter altem Plunder – o Wunder! o Wunder! – ein taubes Ei! Ei ei! Ei ei! Werbung:

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