Der Feuerreiter

Der Feuerreiter – Gedicht von Eduard Mörike Sehet ihr am Fensterlein Dort die rote Mütze wieder? Nicht geheuer muß es sein, Denn er geht schon auf und nieder. Und auf einmal welch Gewühle Bei der Brücke, nach dem Feld! Horch! das Feuerglöcklein gellt: Hinterm Berg, Hinterm Berg, Brennt es in der Mühle! Schaut! da sprengt er wütend schier Durch das Tor, der Feuerreiter, Auf dem rippendürren Tier, Als auf einer Feuerleiter! Querfeldein! Durch Qualm und Schwüle Rennt er schon und ist am Ort! Drüben schallt es fort und fort: Hinterm…

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Ritt im Mondschein

Ritt im Mondschein – Gedicht von Achim von Arnim Herz zum Herzen ist nicht weit Unter lichten Sternen, Und das Aug´, von Tau geweiht, Blickt zu lieben Fernen; Unterm Hufschlag klingt die Welt, Und die Himmel schweigen, Zwischen beiden mir gesellt Will der Mond sich zeigen. Zeigt sich heut´ in roter Glut An dem Erdenrande, Gleich als ob mit heißem Blut Er auf Erden lande, Doch nun flieht er scheu empor, Glänzt in reinem Lichte, Und ich scheu mich auch vor Seinem Angesichte. – Das Werner Härter-Antiquariat bei booklooker:

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Laß rauschen

Laß rauschen (Autor: unbekannt) Ich hör ein Sichelin rauschen, Wohl rauschen durch das Korn, Ich hört ein feine Magd klagen, Sie hätt ihr Lieb verlorn. “La rauschen, Lieb, la rauschen! ich acht nit, wie es geh: Ich hab mir ein Buhlen erworben In Veiel und grünem Klee.” “Hast du ein Buhlen erworben In Veiel und grünem Klee; So steh ich hie alleine, Tut meinem Herzen weh!” Quelle: Deutsche Dichtung der Neuzeit, Verlag G. Braun, Karlsruhe, ohne Jahr. Werbung:

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Im Hühnerhof

Im Hühnerhof – ein Gedicht von Robert Reinick. Der Tag bricht an, es kräht der Hahn; es gackelt die Henne und fliegt zur Tenne und macht ein Geschrei, als ob ein Wunder geschehen sei. – Da kommen herbei die Magd und der Knecht, die laufen nicht schlecht und sehen nach und finden, ach! unter altem Plunder – o Wunder! o Wunder! – ein taubes Ei! Ei ei! Ei ei! Werbung:

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Gefunden

Gefunden – Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe Ich ging im Walde so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn. Im Schatten sah ich ein Blümchen stehn, wie Sterne leuchtend, wie Äuglein schön. Ich wollt es brechen, da sagt es fein: “Soll ich zum Welken gebrochen sein?” Ich grub´s mit allen den Würzlein aus, zum Garten trug ich´s am hübschen Haus und pflanzt` es wieder am stillen Ort; nun zweigt es immer und blüht so fort. entnommen: Vor den Toren, Lesebuch für Rheinland-Pfalz, August Bagel Verlag…

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Eine kleine Geige

Eine kleine Geige – Gedicht von Hoffmann von Fallersleben. Eine kleine Geige möcht ich haben, eine kleine Geige hätt` ich gern! Alle Tage spielt ich mir zwei, drei Stückchen oder vier und sänge und spränge gar lustig herum. Didel didel didel dum dum dum! Didel didel didel dum! Eine kleine Geige kling gar lieblich, eine kleine Geige klingt gar schön! Nachbars Kinder und unser Spitz kämen alle wie der Blitz und sängen und sprängen mit mir auch herum. Didel didel didel dum dum dum! Didel didel didel dum! Eine kleine…

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Der Faule

Der Faule – Gedicht von Robert Reinick. Heute nach der Schule gehen, da so schönes Wetter ist? Nein! Wozu denn immer lernen, was man später doch vergißt! Doch die Zeit wird lang mir werden, und wie bring ich sie herum? Spitz, komm her! Dich will ich lehren. Hund, du bis mir viel zu dumm! Andere Hund´ in deinem Alter, können dienen, Schildwach` stehn, können tanzen, apportieren, auf Befehl ins Wasser gehn. Ja, du denkst, es geht so weiter, wie du´s sonst getrieben hast; nein, mein Spitz, jetzt heißt es lernen!…

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Muttersorgen

Muttersorgen – Gedicht von Arthur Schoke. Mütterlein, lieb Mütterlein, Wie mußt du doch immerfort fleißig sein! Wenn wir noch schlafen, am frühesten Morgen, mußt du dich schon plagen, mußt du dich schon sorgen, daß wir auch beizeiten den Kaffee kriegen, daß wir nicht zu lang´ in den Federn liegen, daß wir nicht etwa die Schule verpassen, auch Frühstücksbrot haben, nichts liegenlassen. Dann mußt du fegen und putzen und klopfen, mußt scheuern und flicken und bürsten und stopfen. Die Wäsche darfst du auch nicht vergessen und die Blumen, den Vogel, das…

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Das taube Mütterlein

Das taube Mütterlein ein Gedicht von Friedrich Halm Wer öffnet leise Schloß und Tür? Wer schleicht ins Haus herein? – Es ist der Sohn, der wiederkehrt zum tauben Mütterlein. Er tritt herein, sie hört ihn nicht; sie saß am Herd und spann. Da tritt er grüßend vor sie hin und spricht sie “Mutter” an. Und wie er spricht, so blickt sie auf, und, wundervoll Geschick – sie ist nicht taub dem milden Wort, sie hört ihn mit dem Blick. Sie tut die Arme weit ihm auf, und er drückt sich…

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