Helenchen und der Kettenhund

Helenchen und der Kettenhund – eine Erzählung von Heinrich Seidel. Im Sommer wurden von Onkel Nebendahl auf sein Gut eingeladen, das er gepachtet hatte. Er hatte einen ungemein bösen Kettenhund namens “Wasser”, er einzig und llein vor dem Onkel und dem Mann, der die Kühe fütterte und auch ihn mit Nahrung versorgte, Achtung hatte. Die übrige Menschheit ohne alle Ausnahme biß er in die Waden, wenn er ihrer habhaft werden konnte. Diese böen Naturanlagen hatten ihm die dauernde Anstellung als Kettenhund eingetragen. Die ewige Gefangenschaft, die solcher Beruf mit sich…

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Bei Goldhähnchens

Bei Goldhähnchens – ein Gedicht von Heinrich Seidel Bei Goldhähnchens war ich jüngst zu Gast! Sie wohnen im grünen Fichtenpalast in einem Nestchen klein, sehr niedlich und sehr fein. Was hat es gegeben? Schmetterlingsei, Mückensalat und Gnitzenbrei und Käferbraten famos – zwei Millimeter groß. Dann sang uns Vater Goldhähnchen was, so zierlich klang´s wie gesponnenes Glas. Dann wurden die Kinder besehn: sehr niedlich alle zehn. Dann sagt´ ich “Adieu!” und “Danke sehr!” Sie sprachen: “Bitte, wir haben die Ehr, und hat uns mächtig gefreut!” Es sind doch reizende Leut! entnommen:…

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April

April – ein Gedicht von Heinrich Seidel April! April! Der weiß nicht, was er will. Bald lacht der Himmel blau und rein, bald schaun die Wolken düster drein, bald Regen und bald Sonnenschein! Was sind mir das für Sachen: mit Weinen und mit Lachen ein solch Gesaus zu machen! April! April! Der weiß nicht, was er will. O weh! O weh! Nun kommt er gar mit Schnee und schneit mir in den Blütenbaum, in all den Frühlingswiegentraum! Ganz greulich ist´s, man glaubt es kaum: heut Frost und gestern Hitze, heut…

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