April

April – ein Gedicht von Heinrich Seidel April! April! Der weiß nicht, was er will. Bald lacht der Himmel blau und rein, bald schaun die Wolken düster drein, bald Regen und bald Sonnenschein! Was sind mir das für Sachen: mit Weinen und mit Lachen ein solch Gesaus zu machen! April! April! Der weiß nicht, was er will. O weh! O weh! Nun kommt er gar mit Schnee und schneit mir in den Blütenbaum, in all den Frühlingswiegentraum! Ganz greulich ist´s, man glaubt es kaum: heut Frost und gestern Hitze, heut…

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Das Abenteuer im Walde

Das Abenteuer im Walde – eine Erzählung von Johannes Trojan Es regnete, was vom Himmel herunter wollte. Die Tannen schüttelten den Kopf und sagten zueinander: “Wer hätte am Morgen gedacht, das es so kommen würde!” Es tropfte von den Bäumen auf die Sträucher und das Farnkraut und lief in unzähligen kleinen Bächen zwischen dem Moose und den Steinen. Am Nachmittag hatte der Regen angefangen, und nun wurde es schon kunkel, und der Laubfrosch, der vor dem Schlafengehen noch einmal nach dem Wetter sah, sagte zu seinem Nachbar: “Vor morgen früh…

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Mutschi

Mutschi Erzählung von Jakob Loewenberg Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß Mutschi. Der sagte immer: “Ich auch, ich auch!” Wenn er durchs Fenster guckte und ein Reiter vorbeikam, rief er: “Ich will auch reiten!” Wenn er im Garten spielte und ein Vöglein von dem Busch auf den Baum flog, klatschte er in die Hände: “Ich will auch fliegen!” Und wenn er um den Teich spazierte, in dem die kleinen Fischchen schwammen, schrie er allemal: “Ich will auch schwimmen!” Einmal war er ganz allein im Hause. Da stellte er…

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Wie hoch mag wohl der Himmel sein?

Wie hoch mag wohl der Himmel sein? – ein Gedicht von Rudolf Löwenstein. Wie hoch mag wohl der Himmel sein? Das will ich gleich dir sagen. Wenn du schnell wie ein Vögelein die Flügel könntest du schlagen und stiegest auf und immer auf in jene blaue Ferne und kämest endlich gar hinauf zu einem schönen Sterne und fragtest dort ein Engelein: “Wie hoch mag wohl der Himmel ein?” dann sei gewiß, das Englein spricht: “Mein Kind, das weiß ich selber nicht; doch frag einmal dort drüben an, ob jener Stern…

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Morgenlied

Morgenlied

Morgenlied – ein Gedicht von Friedrich von Schiller Verschwunden ist die finstre Nacht, die Lerche schlägt, der Tag erwacht, die Sonne kommt mit Prangen am Himmel aufgegangen. Sie scheint in Königs Prunkgemach, sie scheinet durch des Bettlers Dach, und was in Nacht verborgen war, das macht sie kund und offenbar. Lob sei dem Herrn und Dank gebracht, der über diesem Haus gewacht, mit seinen heil´gen Scharen uns gnädig wollt´ bewahren! Wohl mancher schloß die Augen schwer und öffnet sie dem Licht nicht mehr; drum freue sich, wer neu belebt den…

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