April

April – ein Gedicht von Heinrich Seidel April! April! Der weiß nicht, was er will. Bald lacht der Himmel blau und rein, bald schaun die Wolken düster drein, bald Regen und bald Sonnenschein! Was sind mir das für Sachen: mit Weinen und mit Lachen ein solch Gesaus zu machen! April! April! Der weiß nicht, was er will. O weh! O weh! Nun kommt er gar mit Schnee und schneit mir in den Blütenbaum, in all den Frühlingswiegentraum! Ganz greulich ist´s, man glaubt es kaum: heut Frost und gestern Hitze, heut…

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Mond und Sterne

Mond und Sterne – ein Gedicht von Ernst Moritz Arndt. Und die Sonne, sie machte den weiten Ritt um die Welt. Und die Sternlein sprachen: wir reisen mit um die Welt! Und die Sonne, sie schalt sie: ihr bleibt zu Haus, denn ich brenn euch die goldenen Äuglein aus bei dem feurigen Ritt um die Welt. Und die Sternlein gingen zum lieben Mond in der Nacht. Und sie sprachen: Du, der auf Wolken thront in der Nacht, laß uns wandeln mit dir, denn dein milder Schein, er verbrennet uns nimmer…

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Über deinem Dach ist des Herren Dach

Über deinem Dach ist des Herren Dach – eine Erzählung von Jeremias Gotthelf. An einem Sonntage in der Zeit der Ernte hat der Bauer oben im Emmental viel Korn draußen liegen gehabt. Als er nachmittags an den Bergen die Wolken gesehen und die nasse Brunnröhre, die ordentlich tropfte, da hat er das Gesinde zusammengerufen und gesagt: “Rasch hinaus, gehäufelt und gebunden, es wettert auf den Abend; bringen wir tausend Garben trocken ein, so gibt´s darnach Wein genug!” Das hat seine Großmutter gehört; die ist achtzig Jahre alt und geht an…

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