Russische Lyrik

Russische Lyrik (zweisprachig)

Russische Lyrik – Von den Anfängen bis zur Gegenwart (russisch/deutsch). Herausgegeben von Ka Borowsky und Ludolf Müller.

Inhalt – Russische Lyrik

Die vorliegende Anthologie, die über 270 Gedichte von 90 Autoren vereinigt, öffnet – Gipfel, Wege und Stationen der russischen Lyrik erschließend – eine der faszinierendsten und zugleich unbekanntesten Dichtungslandschaften der europäischen Literatur. Von den Anfängen im altrussischen Heldenlied des Mittelalters, der Entstehung einer eigenständigen lyrischen Sprache, wie sie sich im 17. und 18. Jahrhundert in fruchtbarer Auseinandersetzung mit der westlichen Dichtungstradition entwickelte, führt sie zum ersten, kaum wieder erreichten Gipfelpunkt der Lyrik Puskins und der „Plejade“ im klassischen „goldenen Zeitalter der russischen Poesie“. Sie folgt den sich trennenden Wegen, welche die „volkstümlichen Realisten“, Romantiker wie Michaeil Lermontov oder Fedor Tjutcev und die Protagonisten einer „reinen Poesie“ des l´art pour l´art – Afanasij Fet und andere – in ihrer Dichtung gegangen sind, Lyriker, die zu Unrecht im Schatten der großen russischen Prosaautoren des 19. Jahrhunderts stehen. Wichtige Stationen sind der russische Symbolismus und die ihn tragende Dichtergeneration von Vladimir Solov´ev bis Aleksandr Blok, die mit Fedor Sologub, Vjaceslv Ivanov und Valerij Brjusov Einflüsse der westeuropäischen, vor allem der französischen Decadence-Lyrik des Fin de siecle aufnahm; der Futurismus, der so unterschiedliche Autoren hervorbrachte wie den Sprachrevolutionär Velimir Chlebnikov und den poetischen Agitator der russischen Revolution Vladimir Majakovskij; die „Oberiu“-Gruppe der zwanziger Jahre, die eine Lösung vom kanonisch werdenden Realismus suchte; schließlich die herausragenden Lyriker des 20. Jahrhunderts, die mit ihrem reifen Werk keiner bestimmten literarischen Gruppierung oder ideologischen Richtung mehr angehören: Sergej Esenin, Anna Achmatova, Boris Pasternak, Osip Mandel´itam, Marina Cvetaeva.
Neben diesen großen Namen, die in keiner Sammlung rissischer Dichtung fehlen dürfen, macht die Anthologie in Deutschland noch weitgehend unbekannten Autoren aus allen Epochen, vor allem aber der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart – zum Teil erstmals – zugänglich.
Die Ausgabe bietet den russischen Text, dazu eine parallele deutsche Prosaübersetzung sowie zu zahlreichen Gedichten Anmerkungen. Die Autoren werden in einer biographischen Skizze vorgestellt.
(Quelle: Verlagsbeschreibung/Klappentext/vwh)

Bibliografie – Russische Lyrik

Philipp Reclam jun.
Stuttgart
1983
gebunden, Schutzumschlag
ISBN: 3-15-027994-1
731 Seiten


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