Es war einst eine Hungersnot
im Tierreich; alle schrie nach Brot.
Ein Goldfasan schlich matt und schwer
und ächzend durch den Hain daher.
Ihm sah ein Specht von ferne zu
und sagte: „Freund, was ächzest du?
Verkaufe nur dein reiches Kleid,
so hast du Brot auf lange Zeit.“
Dem Goldfasan gefiel der Rat;
er setzte seinen ganzen Staat
bei einem alten Hamster ab,
der ihm dafür viel Körner gab.
Nun pflegt er sich bei Fürstenkost;
doch plötzlich kam der Winterfrost,
und plötzlich war der arme Narr
am nackten Leibe blau und starr.
„O weh mir“, sprach er nun zum Specht,
„mein guter Freund. Dein Rat war schlecht!
Ich weiß, man stirbt aus Hungersnot;
doch, wer erfriert, ist gleichfalls tot.“
Der Goldfasan ist ein Gedicht von Konrad Pfeffel
(Quelle: Uralte Weisheit – Fabeln aus aller Welt, Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V., Bonn, ohne Jahr)
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