Drei Ritter beschworen


Warning: file_get_contents(https://webservices.amazon.de/paapi5/searchitems): failed to open stream: HTTP request failed! HTTP/1.1 429 Too Many Requests in /homepages/19/d645085735/htdocs/clickandbuilds/WordPress/MyCMS2/wp-content/plugins/easy-amazon-product-information/eapi_amazon.php on line 205

Drei Ritter beschworen ist eine hessische Sage nach mündlicher Überlieferung.

In Stettbach (nicht weit von Jugenheim) wohnte ein Mann der hieß Struwel und konnte zaubern. Eins der schwersten Stücke, die er gemacht hat, war folgendes.

Eines Abends saßen bei ihm in seiner Stube drei herzhafte junge Burschen, die befragten ihn über ihre Mädchen und über Dies und Jenes und endlich frragten sie ihn auch, ob er nicht die drei alten Ritter beschwören könne, die noch droben hausten im Burgverlies des Auerbacher Schlosses. Herschaffen könne er sie wohl, sagte der Struwel, aber wie er sie wieder fortbringen solle, das wisse er nicht; deshalb sollten sie absehen von ihrem Verlangen.

Die Burschen aber ließen ihm keine Ruh und drangen in ihn, bis er endlich nachgab. Er zog nun mit einer Kohle einen Kreis auf dem Fußboden, nahm eine Weidengerte, die er bog und machte Zeichen damit und ging dabei immer rechts im Kreise herum. Auf einmal blieb er stehen und sagte:

„Ihr Burschen, ich rat euch, lasst ab von eurem Verlangen, eben steigen die drei Ritter zum Keller heraus, jetzt kann ich sie noch zurückschicken.“

Die Burschen aber sagten: „Lass sie nur kommen, sie sollen nicht umsonst aus dem Keller gestiegen sein.“

Da ging der Struwel wieder eine Weile rechts im Kreise herum, dann blieb er wieder stehen und sagte:

„Ihr Burschen besinnt euch, so lang es noch Zeit ist, eben kommen sie droben aus dem Eichwald heraus gegangen.“

Die Burschen meinten, wenn sie so weit gekommen wären, sollten sie auch noch weiter kommen. Der Zauberer ging wieder eine Weile rechts im Kreise herum, dann blieb er noch einmal stehen und sprach:

„Ihr lieben Leute, ich bitt´ euch, lasset uns absehen von unserm törichten Beginnen, denn eben kommen sie zum Ort herein.“

Die Burschen meinten aber, wenn sie so weit gekommen wären, so sollten sie auch noch weiter kommen. Der Struwel ging wieder ein kleines Weilchen rechts im Kreise herum, da tat es mit einem Male einen furchtbaren Schlag an die Haustür.

„Jetzt stehen sie im Hof und warten,“ sagte der Zauberer und jetzt kam auch den Burschen das Ding auf einmal ganz anders vor. Sie meinten, wenn die Ritter auch nicht gerade hereinzukommen brauchten, sehen könne man sie doch einmal.

„Ich will sehen, was sich noch tun lässt,“ sagte de Zauberer und indem er noch sprach, sprang krachend die Türe auf und draußen vor der Schwelle standen drei hohe Totengerippe in verrosteten eisernen Rüstungen. Da drehte sich Struwel mit einem Male auf dem Absatz herum und fing an links im Kreise herumzulaufen, zugleich drehten auch die Ritter sich steif herum, marschierten langsam wieder ab und warfen das Tor zu, dass das ganze Haus in seinen Grundfesten bebte.

Struwel aber lief fort im Kreis herum, endlich sprach er:

„Gott sei gelobt, jetzt liegen sie wieder drunten“ und stürzte hin wie tot. Die drei Burschen lagen schon längst da und rührten sich nicht. Es hat sie nicht mehr gelüstet, Geister zu sehen.

(Hessische Sagen, herausgegeben von J. W. Wolf, Dieterichsche Buchhandlung, Göttingen, 1853)

(Werbung)

Hessische Sagen bei:

Amazon
Booklooker
ZVAB (Zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher)


Werbung: