Paradiesisches Weinlied – Gedicht von Ernst Moritz Arndt
Bon der Sonne geboren glüht
Licht des Lebens im Pokale.
Was das Auge für Wunder sieht,
Blitzen auf aus seinem Strahle.
Au’n und Bäume tanzen herum;
Aus den Herzen blüht Elysium;
Götter kommen;
Alle Frommen
Aus dem Himmel seh’n sich um.
Seid gegrüßt, Ihr Seel’gen, seid,
Heil’ge Väter, uns willkommen!
Habt im Leben Euch baß gefreut.
Manches Räuschchen mitgenommen :
Noah , Moses , Pythagoras,
Solon, Plato füllten das Glas,
Zechten fröhlich.
Schlürfen seelig
Nun mit Engeln Nectarnaß.
Brüder, munter! Die Zeit ist schnell,
Lust und Jugend sind vergänglich;
Aber, schaut! in dem Becher hell
Blühet Wonne überschwänglich.
Kränzt mit Rosen Stirn und Haar
Und im Weine schauet klar
Himmel offen,
Was wir hoffen,
Trunk’ner, heil’ger Seel’gen Schaar.
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Quelle: Bacchus – Buch des Weins, Sammlung der ausgezeichnetsten Trinklieder der deutschen Poesie, herausgegeben von E. M. Oettinger, Baumgärtner´s Buchhandlung, Leipzig, 1854
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