Pavia – [Online – lesen]

Deutsche Dichtung der Neuzeit

Pavia –

(Autor: unbekannt)

Herr Görg von Fronsperg,
Herr Görg von Fronsperg,
Der hat die Schlacht vor Pavia gewunnen,
Gewunnen hat er die Schlacht vor Pavia in eim Tiergart,
In neunthalb Stunden gewunnen Land und Leut.

Der König aus Frankreich,
Der König aus Frankreich,
Der hat die Schlacht vor Pavia verloren,
Verlorn hat er die Schlacht vor Pavia in eim Tiergart,
In neunthalb Stunden verlor er Land und Leut.

Nun grüß dich Gott, du Königstöchterlein
Im ganzen Frankenreich!
Euerm Vater hab ich abgewunnen
In neunthalb Stunden Land und Leut.
Ich habs gewagt, frisch unverzagt,
Ich habs gewagt, frisch unverzagt,
Euerm Vater hab ich abgewunnen
In neunthalb Stunden Land und Leut.

Im Blut mußten wir gahn,
Im Blut mußten wir gahn,
Bis über, bis über die Schuch:
Barmherziger Gott, erkenn die Not!
Barmherziger Gott, erkenn die Not!
Wir müssen sonst verderben also.

Lermen, lermen, lermen!
Lermen, lermen, lermen!
Tät uns die Trummel und die Pfeifen sprechen!
Her, her, her! ihr frummen deutschen Landsknecht gut!
Laßt uns in die Schlachtordnung stahn,
Laßt uns in die Schlachtordnung stahn,
Bis daß die Hauptleut sprechen:
Jetzt wollen wirs greifen an!

Reiter zum Pfer,
Sattel und Zaub!
Der Feind der ist vorhanden.

Es geht wohl gegen die Sommerszeit,
Daß mancher Knecht zu Feld leit.
„Ich will euch tapfer lohnen
Mit lauter Doppelkronen;
Gute Postparten will ich euch geben,
Weil ihr mir habt beschützt mein Land und Leut,
Darzu mein junges Leben.

(Quelle: Deutsche Dichtung der Neuzeit, Verlag G. Braun, Karlsruhe, ohne Jahr.)

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