Wach auf, meins Herzen eine Schöne
(Volkslied, Autor unbekannt)
Wach auf, meins Herzen ein Schöne,
Zart Allerliebste mein!
Ich hör ein süß Getöne
Von kleinen Waldvöglein;
Die hör ich so lieblich singen,
Ich mein, ich säh des Tages Schein
Vom Orient her dringen.
Ih hör die Hahnen krähen,
Ich spür den Tag dabei,
Die kühlen Windlein wehen,
Die Sternlein leuchten frei.
Singt uns Frau Nachtigalle,
Sing uns ein süße Melodei;
Sie meldt den Tag mit Schalle.
Der Himmel tut sich färben
Aus weißer Farb in blau,
Die Wolken tun sich färben
Aus schwarzer Farb in grau.
Die Morgenröt tut herschleichen:
Wach auf, mein Lieb, und mach mich frei!
Die Nacht will gar entweichen.
(Quelle: Deutsche Dichtung der Neuzeit, G. Braun Verlag, Karlsruhe, ohne Jahr)
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