Das Mäuslein – Gedicht von Jul. Sturm
Ich bin ein kleines Mäuslein
und winzig ist mein Häuslein.
Un muß ich Nahrung suchen geh´n,
so bin ich nirgend gern geseh´n.
Im Feld haßt mich der Bauer;
die Katz´ liegt auf der Lauer;
die Krähe hascht nach mir am Tag,
und nachts stellt mir die Eule nach.
Und kommt der böse Winter,
dann geht mir´s schlimm nicht minder;
denn flücht´ ich in ein warmes Haus,
schreit groß und klein: „Die Maus, die Maus!“
Dann gibt´s ein tolles Wesen,
man kommt mit Stock und Besen,
und alles hascht und schlägt nach mir –
und doch bin ich ein schuldlos Tier.
Aus „Hänsel und Gretel“, Winter 1926/27, Verlag für soziale Ethik und Kunstpflege, Berlin
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