Zwei Frösche, deren Tümpel die heiße Sommersonne ausgetrocknet hatte, gingen auf die Wanderschaft. Gegen Abend kamen sie in die Kammer eines Bauernhofs und fanden dort eine große Schüssel Milch vor, die zum Abrahmen aufgestellt worden war. Sie hüpften zugleich hinein und ließen es sich schmecken.
Als sie ihren Durst gestillt hatten und wieder ins Frei wollten, konnten sie es nicht: die glatte Wand der Schüssel war nicht zu bezwingen und sie rutschten immer wieder in die Milch zurück.
Viele Stunden mühten sie sich nun vergeblich ab, und ihre Schenkel wurden allmählich immer matter. Da quackte der eine Frosch: „Alles Strampeln ist umsonst, das Schicksal ist gegen uns, ich geb´s auf!“ Er machte keine Bewegung mehr, glitt auf den Boden des Gefäßes und ertrank. Sein Gefährte aber kämpfte verzweifelt weiter bis tief in die Nacht hinein. Da fühlte er den ersten festen Butterbrocken unter seinen Füßen, er steiß sich mit letzter Kraft ab und war im Freien.
Die beiden Frösche ist eine Erzählung nach Äsop.
(Quelle: Uralte Weisheit – Fabeln aus aller Welt, Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V., Bonn, ohne Jahr)
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