Ein einfältiger Mensch – eine Erzählung von Johann Peter Hebel
Ein einfältiger Mensch wollte sein Haus verkaufen. Damit er nun um so eher davon los werden möchte, brach er einen großen Stein aus demselben heraus, trug ihn auf den großen Marktplatz, wo viel Verkehr und Handel getrieben wird, und setzte sich damit unter die Verkäufer. Wenn nun ein Mann kam und ihn fragte : „Was habt ihr denn feil?“ so sagte er: „Mein zwei stöckiges Haus in der Kapuzinergasse. Wenn ihr Lust habt, — hier ist ein Muster.“
Der nämliche sagte einmal bei einer Gelegenheit, als von der Kinderzucht die Rede war: „Es ist ein Glück für meine Kinder, daß ich keine habe. Ich könnte so zornig werden, daß ich sie alle totschlüge.“
(Quelle: Schätzkästlein des Rheinischen Hausfreundes, American Book Company, 1913)
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