Eine Botenfrau findet Flachsknoten – mündliche Überlieferung.
Eine Botenfrau, welche von Kelbra nach Frankenhausen ging, fand einst dicht am Wege ein Tuch ausgebreitet, auf welchem Flachsknoten lagen. Sie nahm einige davon und als sie dieselben später besah, hatten sie sich in Gold verwandelt. So oft sie des Weges ging, fand sich auch das Tuch mit den Flachsknoten, von denen sie auch jedes Mal einige nahm und dadurch bald zu einem gewissen Wohlstande gelangte. Endlich gab ihr der Teufel der Habsucht ein, einen großen Sack mitzunehmen und denselben ganz mit Flachsknoten zu füllen. Als sie aber nach Haufe kam und den Sack öffnete, war derselbe mit Kot angefüllt, und von der Zeit an erblickte sie nie wieder das Tuch mit den Flachsknoten.
Quelle: Deutscher Sagenschatz, herausgegeben von Dr. J. W. Otto Richter, Verlag von Otto Mähnert, Eisleben, 1877
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