Ritzelputzel – ein Gedicht von Richard Zoozmann
Wißt ihr, wo jüngst ich zu Gast gewesen?
Bei Ritzelputzel, dem Zwerglein im Wald. –
Ei! Das Essen war auserlesen,
und das Getränk war frisch und kalt.
Hirschkäferkeule hat´s gegeben,
gebraten am Fichtelnadelspieß.
Doch blieb ich hungrig, – bei meinem Leben! –
trotz Würmchenbraten und Rosengemüs´.
Später am Abend illuminierte
Glühwürmchen das kleine Zwergengemach.
Als Ritzelputzel zum Tanz mich führte,
stieß ich die Stirn mir am niedrigen Dach.
Die Grillen spielten auf ihren Geigen
Walzer, Hopfer und anderes mehr;
ich schwang den Kleinen froh im Reigen –
da plötzlich geschah was – es dauert mich sehr -:
Ich hatte ihn auf den Fuß getreten. – –
O, weh, wie hat er vor Schmerz sich gekrümmt!
Nun werd´ ich wohl nie mehr zu Gaste gebeten
von Ritzelputzel; das glaub´ ich besteht.
Aus „Hänsel und Gretel“, Winter 1926/27, Verlag für soziale Ethik und Kunstpflege
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