Loblied – ein Gedicht von Clemens Brentano.
Kein Tierlein ist auf Erden
dir, lieber Gott, zu klein.
Du ließt sie alle werden
und alle sind sie dein.
Zu dir, zu dir,
ruft Mensch und Tier.
Der Vogel dir singt,
das Fischlein dir springt,
die Biene dir summt,
der Käfer dir brummt,
auch pfeifet dir das Mäuslein klein,
Herr Gott, du sollst gelobet sein.
Das Vöglein in den Lüften
singt dir aus voller Brust.
Die Schlange in den Klüften
zieht dir in Lebenslust.
Die Fischlein, die da schwimmen,
sind, Herr, vor dir nicht stumm.
Du hörest ihre Stimmen,
von dir kommt keines um.
Vor dir tanzt in der Sonne
der kleine Mückenschwarm.
Zum Dank für Lebenswonne
ist keins zu klein und arm.
Sonn´, Mond gehn auf und unter
in deinem Gnadenreich,
und alle deine Wunder
sind sich an Größe gleich.
Kein Sperling fällt vom Dache
ohn´ dich, vom Haupt kein Haar
O teurer Vater wache
bei uns in der Gefahr.
Zu dir, zu dir,
ruft Mensch und Tier.
Der Vogel dir singt,
das Fischlein dir springt,
die Biene dir summt,
der Käfer dir brummt,
auch pfeifet dir das Mäuslein klein,
Herr Gott, du sollst gelobet sein.
entnommen:
Vor den Toren, Lesebuch für Rheinland-Pfalz, August Bagel Verlag Düsseldorf, 1952
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